Bürger Halterns in der Armee des Fürstbistums Münster nach dem Siebenjährigen Krieg (1765)
Im Frühjahr 1763 wurde die Armee des Fürstbistums Münster aus hannoverscher Kriegsgefangenschaft entlassen. Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rottenfels stellte die Armee neu auf. Um die entsprechend der Reichsgesetze von 1673 und 1681 erforderliche Sollstärke (2000 Mann) der Fürstbischöflichen Armee zu erhalten, wurde 1765 durch die Drosten und Rentmeister des Hochstifts Münster eine Musterung durchgeführt. Die neu ausgehobenen Rekruten hatten drei Dienstjahre abzuleisten.
Infanterieregiment Wenge, 7. Kompanie
- Heinrich Harde, geb. in Haltern, 42 Jahre, Armee-Eintritt 1741, Gefreiter
Infanterieregiment Schorlemer, Leibkompanie
- Bernd Lohoff, geb. in Haltern, 23 Jahre, Armee-Eintritt: Dez. 1763, Gemeiner
Infanterieregiment Schorlemer, Oberstleutnantskompanie
- Dietrich Faseke, geb. in Haltern, 22 Jahre, Armee-Eintritt: Dez. 1763, Gemeiner
Infanterieregiment Schorlemer, 8. Kompanie
- Joh. Dietrich Schäfer, geb. in Hullern, 29 Jahre, Armee-Eintritt: Jan. 1764, Gemeiner
Kavallerieregiment 4. Kompanie
- Heinrich Schröder, geb. in Haltern, 40 Jahre, Armee-Eintritt: 1740, Gemeiner
1767/68 erfolgte eine Musterung aller ledigen Männer zwischen 18 und 40 Jahren:
- Johan Bernd Bratten, Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 20 Jahre, Musterung am 09.03.1767, nicht angenommen
- Joh. Herm. Bringenberg, Ksp. Lippramsdorf, Amt Ahaus, 20 Jahre, Musterung am 17.03.1767, Regiment Wenge
- Johan Herman Brock, Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 24 Jahre, Musterung am 10.04.1767, Regiment Nagel
- Gerd Henrich Hanover , Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 27 Jahre, Musterung am 10.04.1767, Regiment Nagel,
- Herman Lohkämper , Ksp. Lippramsdorf, Amt Ahaus, 18 Jahre, Musterung am 05.05.1767, Regiment Nagel
- Joh. Herman Overhues, Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 20 Jahre, Musterung am 09.03.1767, nicht angenommen:
- Jacob Sträter, Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 35 Jahre, Musterung am 10.04.1767, Regiment Nagel
- Johan Dirk Thies, Ksp. Haltern, Amt Dülmen, 24 Jahre, Musterung am 10.04.1767, Regiment Nagel
- Herman Tombrinck, Haltern/Stadt, Amt Dülmen, - , Musterung am 09.03.1767, nicht erschienen, bei Losung ausgeblieben
Die Musterungslisten der Jahre 1775 - 1792 nennen weitere 21 Halterner Bürger.
Nach den Siegen Napoleons kam es zur Auflösung der Fürstbistümer (Reichsdeputations-Hauptschluss). Die Fürstbischöfliche Armee wurde 1802 aufgelöst. Am 2. August 1802 waren noch folgende Halterner Bürger in der Armee:
Dragonerregiment "von Nagel", 2. Eskadron/ Rittmeister von Hamilton
- Gemeiner Bernd Brambrink, geb. 1769 in Haltern, angeworben: 4.3.1789
- Gemeiner Joh. Bernd Drees, geb. 1765 in Haltern, angeworben: 6.3.1789
- Gemeiner Bernh. Georg Büssing, geb. 1765 in Haltern, angeworben: 1.2.1791
- Gemeiner Herman Keller, geb. 1774 in Haltern, kath., angeworben: 27.6.1793
Infanterieregiment "von Wenge", 4. Mousquetierkompagnie/ Hauptmann von Cloedt
- Gemeiner Wilh. Scheffer, geb. 1780 in Haltern, angeworben: 15.6.1800
Infanterieregiment "von Dincklage", 3. Mousquetierkompagnie/ Hauptmann von Berswordt
- Gemeiner Joseph Bücker, geb. 1777 in Haltern, angeworben: 31.6.1801
Infanterieregiment "von Dincklage", 5. Mousquetierkompagnie/ Hauptmann Hammer
- Gemeiner Henr. Sasse, geb. 1766 in Haltern, angeworben: 12.7.1796
Infanterieregiment "von Tönnemann", 4. Mousquetierkompagnie/ Hauptmann Brockmann
- Kadett Zacharias Trippelvet, geb. 1784 in Haltern, angeworben: 29.9.1801
Infanterieregiment "von Tönnemann", 5. Mousquetierkompagnie/ Hauptmann Contzen
- Gemeiner Bernd Beckmann, geb. 1782 in Haltern, angeworben: 22.9.1800
Lit.:
- Klaus Hell, Die Musterungslisten der Fürstbischöflichen-Münsterischen Truppe vom Juni 1765, in: Beiträge zur Westfälischen Familienforschung, Band 62, Münster 2004
- Klaus Hell, Die ersten "Wehrpflichtigen" des Fürstbistums Münster 1767, in: Beiträge zur Westfälischen Familienforschung, Band 57/58, Münster 1999/2000
- Klaus Hell, Unteroffiziere und Gemeine der Fürstbischöflich-Münsterischen Armee von 1775 bis zu ihrer Auflösung 1802, in: Beiträge zur Westfälischen Familienforschung, Band 46, Münster 1988